Widerlegt die Tatsache, dass ein Großteil der Mutationen schädlich ist, die Möglichkeit einer Evolution?

Widerlegt die Tatsache, dass ein Großteil der Mutationen schädlich ist, die Möglichkeit einer Evolution?

Im strengen Sinne sind Widerlegungen auf diesem Gebiet schwierig. Nach der Standardtheorie wirken zufällige Mutationen und natürliche Auslese (Selektion) zusammen. Das Besondere am Darwin‘schen Selektionsmechanismus (Auslese) besteht darin, dass nachteilige Mutanten ausgemerzt werden und auf längere Sicht keine Rolle spielen, jedenfalls wenn der Prozentsatz der nachteiligen Mutationen nicht zu groß ist. Andernfalls würde es zum Aussterben der Art kommen. Entscheidend ist nach den Vorstellungen der Evolutionsbiologen, dass es einen kleinen Anteil vorteilhafter Mutationen gibt, die sich durchsetzen und sich aufsummieren können. Damit das aber zu echten Innovationen (neue Bauplanelemente) führen kann, müsste der Weg zu einer neuen komplexen Struktur mit neuartiger Funktion in sehr viele einzelne Schritte aufgeteilt werden können, bei denen die jeweilige Zwischenausprägung überlebens- und konkurrenzfähig ist. Das aber ist höchst fragwürdig, weil für neue Strukturen mit neuartigen Funktionalitäten viele aufeinander abgestimmte Veränderungen von einer Generation zur nächsten erforderlich wären – das wäre dann eben kein kleiner Schritt durch eine Zufallsmutation. Es wird zudem auch die Frage diskutiert, ob das heutige Ausmaß der geringfügig nachteiligen Mutationen nicht doch zu groß ist, um sozusagen rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden zu können; anschaulich gesprochen: ob also die Auslese mit dem Ausscheiden der nachteiligen Formen in allen Fällen nachkommen kann (vgl. dazu Loewe L (2000) Geschwindigkeitsbegrenzungen für adaptive Evolution. Studium Integrale Journal 7, 31–33; http://www.si-journal.de/).


Autor: Reinhard Junker, 14.07.2005, aktualisiert am 05.01.2026, https://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/f26.php

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