Sexuelle Selektion – Eine kritische Beurteilung (Experten)
Einleitung
Sexuelle Selektion ist eine wichtige Annahme im Rahmen der Evolutionslehre. Sie wird meist als Erklärung herangezogen, wenn ein Merkmal keinen anderweitig erkennbaren Überlebens- bzw. Fortpflanzungsvorteil bietet und deshalb nicht durch natürliche Selektion erklärbar ist.
Obwohl sexuelle Selektion ein häufiger Bestandteil evolutionstheoretischer Erklärungen ist, scheint es hierzu von schöpfungswissenschaftlicher Seite vergleichsweise wenig Veröffentlichungen zu geben. Sie wird zwar oft erwähnt, dabei allerdings eher als ein Unterthema behandelt.
Was ist sexuelle Selektion?
Die Idee der sexuellen Selektion geht auf Charles Darwin zurück. Er konnte sich so manches unnötig schöne Merkmal wie das Radschlagen des Pfaus oder das Prachtgefieder der Paradiesvögel nicht mit natürlicher Selektion erklären und vermutete eine „weibliche Zuchtwahl“ (Darwin 1871; vgl. Witte 2009) für die Fixierung solch schöner Merkmale im Laufe der sexuellen Selektion.
Seitdem wurde sexuelle Selektion unter Wissenschaftlern ausgiebig diskutiert. Während Darwin die sexuelle Selektion noch klar von der natürlichen Selektion trennte, wollte der Mitbegründer der Evolutionstheorie Alfred Russel Wallace sie als Teil der natürlichen Selektion behandeln. Heute wird sie als Unterkategorie der natürlichen Selektion betrachtet (s. Anhang 1); im vorliegenden Artikel wird der Begriff natürliche Selektion allerdings immer dann verwendet, wenn es sich explizit nicht um sexuelle Selektion handelt.
Man muss zwischen intrasexueller Selektion innerhalb desselben Geschlechts und intersexueller Selektion zwischen den beiden Geschlechtern unterscheiden.
Intrasexuelle Selektion bezieht sich meist auf den Wettkampf zwischen Männchen um Weibchen, seltener konkurrieren in manchen Arten auch die Weibchen um die Männchen. Sie soll sekundäre Geschlechtsmerkmale fördern, „die die Konkurrenzfähigkeit eines Geschlechts um den Zugang zum anderen Geschlecht wahrscheinlicher machen“, wie es Witte (2009) formuliert.
Zu solchen sekundären Geschlechtsmerkmalen zählt z. B. das Geweih des Hirsches. Es ist energetisch aufwändig zu produzieren und zu erhalten, wobei es für die Verteidigung gegen Raubtiere nur teilweise hilfreich ist, zumal es jährlich abgeworfen wird und neu nachwächst. Zur Verteidigung wären dauerhafte Hörner besser. Das Geweih kann beim Laufen durch den Wald und der Flucht sogar hinderlich sein und es erhöht den Nahrungsbedarf des Hirsches (Bolten 2020). Es dient somit hauptsächlich dem Wettkampf zwischen den Hirschen einer Herde in der Paarungszeit. Der Sieger kann sich mit den Hirschkühen fortpflanzen.
Ein weiteres Beispiel ist das sogenannte Brustschild der männlichen See-Elefanten. See-Elefanten-Bullen kämpfen blutig um die Vorherrschaft und das alleinige Paarungsrecht am Strand. Sie prallen dabei mit Brust und Hals aufeinander und setzten ihre Eckzähne ein. Eine verdickte Hornhautschicht in diesem Bereich schützt sie vor tödlichen Verletzungen.
Neben sekundären Geschlechtsmerkmalen, die dem Angriff oder der Verteidigung gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen dienen, gibt es auch Merkmale, die der Einschüchterung oder Abschreckung dienen, sodass sich ein anderes Männchen ohne Kampf zurückzieht. Hier kann das Röhren der Hirsche in der Brunftzeit genannt werden. Die Tonhöhe und die Ausdauer dieser Rufe erlauben den Artgenossen die Einschätzung der körperlichen Stärke, sodass diese entscheiden können, ob sie einen Kampf vermeiden wollen oder nicht.
Intersexuelle Selektion beschreibt das Bemühen eines Individuums eines Geschlechts, ein Individuum des anderen Geschlechtes zu beeindrucken, sodass dieses es für die Paarung auswählt. Meist wirbt hier das Männchen um das Weibchen (Clutton-Brock & Parker 1992, 438; vgl. Bergman 1996, 217). Das kann sowohl mit Hilfe optischer Merkmale geschehen als auch durch bestimmte Verhaltensweisen.
Beim Lockenvogel-Paradiesvogel (Lophorina niedda) finden sich Verhaltensweisen und Körpermerkmale der sexuellen Selektion. Das Männchen verfügt sowohl über einen schimmernd blauen Federkranz als auch über die Fähigkeit, einen Balztanz aufzuführen. Zur Balz bildet er mit seinen schwarzen Federn eine Sichelform, wobei etwa auf Brusthöhe in einer waagerechten Linie sein Brustschild aus blauen Federn und darüber seine blauen „Augen“ aus blauen Kronenfedern hervorstechen. In dieser Haltung tänzelt er um das Weibchen herum (Scholes & Laman 2018).

Abb. 1 Paarungstanz des männlichen Lockenvogel-Paradiesvogels. (: JJ Harrison, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten)
Ein sehr bekanntes und von Evolutionsbefürwortern gern genutztes Beispiel sind die Schwanzfedern des männlichen Pfaus. Während die Pfauenhenne unauffällig braun gefärbt ist, hat der männliche Pfau ein wunderschönes, bunt schillerndes Gefieder. Im “Kampf ums Überleben“, d. h. hier in Bezug auf die Interaktion mit der Umwelt außerhalb der Fortpflanzungspartner, hat das auffallende Gefieder eigentlich nur Nachteile. Die langen Schwanzfedern sind energetisch aufwändig zu produzieren und zu erhalten, ohne dabei funktionell hilfreich zu sein. Außerdem ist das Männchen für Fressfeinde viel leichter zu entdecken. Die Pfauen schlagen ihr Rad hauptsächlich zur Balz auf. Für den Erhalt dieser Struktur wird daher lediglich die Präferenz der Pfauenhenne für dieses Gefieder als Erklärung herangezogen. Mehr Informationen zur Sexuellen Selektion Pfau gibt es in diesem Artikel (https://genesis-net.de/sexuelle-selektion-pfauenrad/).

Abb. 2 Das Prachtgefieder des männlichen Pfaus. (Bildquelle: Unsplash)
Sexuelle Selektion umfasst also nicht nur das allgemein bekannte Balzverhalten, durch welches das andere Geschlecht gewonnen werden soll, sondern auch den Wettkampf um das andere Geschlecht. Letzterer ist vor allem bei Arten mit polygynem Paarungssystem anzutreffen, das sind Paarungssysteme, bei denen sich wenige Männchen mit vielen Weibchen paaren (wie z. B. bei Rothirschen) und so der Fortpflanzungserfolg der übrigen Männchen gemindert wird (Witte 2009).
Die intrasexuelle Selektion endet allerdings nach heutigem Verständnis nicht mit der Paarung. Wenn ein Weibchen sich mit mehreren Männchen gepaart hat, kann unter Umständen zwischen den verschiedenen Spermien noch ein „Wettlauf“, bzw. Wettbewerb zu der Eizelle stattfinden – die sogenannte Spermienkonkurrenz (nach Wigby & Chapman 2004). Dabei kann es u. a. auf die produzierte Spermienmenge (mehr Spermien – höhere Wahrscheinlichkeit auf Befruchtung) und die Schnelligkeit der Spermien ankommen (Simmons & Wedell 2020). Manche Arten produzieren auch nicht-befruchtende Spermien, die den Spermien eines anderen Männchens den Zugang zur Eizelle blockieren (Wigby & Chapman 2004). Spermienkonkurrenz ist ein recht großes Forschungsfeld. Ein Übersichtartikel von Simmons & Wedel (2020) fasst die Forschungsergebnisse von 50 Jahren zusammen.
Vor dem genannten Hintergrund formulieren Shuker & Kvarnemo (2021) ihre aktuelle Definition der sexuellen Selektion recht umfassend: „Sexuelle Selektion ist jede Form der Selektion, die aus Fitnessunterschieden hervorgeht, welche mit nicht-zufälligem Erfolg im Wettbewerb um den Zugang zu Gameten für die Befruchtung verbunden sind.“
Diese Definition umfasst sowohl intersexuelle als auch intrasexuelle Merkmale sowie durch den Verweis auf die Gameten (Geschlechtszellen) auch die Spermienkonkurrenz.
Kritische Beurteilung
1. Merkmal oder Präferenz zuerst?
In der schöpfungsorientierten Literatur wird bei Beispielen intersexueller Selektion meist kritisch angemerkt, dass jeweils unklar ist, wie sich genau die Präferenz der Weibchen herausgebildet haben soll. In evolutionstheoretischen Beschreibungen wird diese erstaunlich häufig unkommentiert als gegeben vorausgesetzt – doch ihre Herkunft erfordert eine Erklärung. Eine bereits vorhandene, also „programmierte“ Präferenz würde einen vorausplanenden Programmierer erfordern, denn Evolutionsmechanismen können bekanntermaßen nicht programmieren.
Wenn aber die Gene, die bei der Präferenz eines Merkmals eine Rolle spielen, erst nach dem Auftreten des bevorzugten Merkmals entstehen (was typischerweise nicht mit einer einzigen Mutation erreicht wäre), fehlt für dieses Merkmal in der Zwischenzeit die stabilisierende Selektion, die seinen Erhalt in der Population ermöglichen würde. Man könnte an der Stelle zwar einwenden, dass überflüssige Merkmale ohne Nachteil erhalten bleiben können, doch muss man hier zwei Gegenargumente beachten:
1. Nicht wenige sekundäre Geschlechtsmerkmale wie das Schwanzgefieder der Pfauen sind durchaus von Nachteil, weil sie energetisch aufwändig sind bzw. die Gefahr erhöhen, dass das Tier von Fressfeinden entdeckt wird.
2. Darüber hinaus sind über 99 % der Mutationen schädlich (Natterer 2010). Ein nicht durch Selektion geschütztes Merkmal würde daher ungehindert schädliche Mutationen ansammeln. Bergman (2005) führte dazu eine eindrückliche Stichprobe durch. Er durchsuchte 2005 alle in den Jahren von 1966 bis 2003 publizierten Studien mittels Computersuche nach positiven Mutationen. Von 16 Millionen beschriebenen Mutationen waren nur 186 vorteilhaft. Das sind 0,0011625 %.
Typischerweise ist also zu erwarten, dass erstens ein neues funktionsloses sekundäres Geschlechtsmerkmal ohne sofortige Bevorzugung durch Weibchen entweder aufgrund seiner Nachteile ausselektiert würde, bevor es überhaupt nennenswert ausgebildet ist. Zweitens ist erwartbar, dass sich ungehindert schädliche Mutationen ansammeln und das in Entstehung begriffene Merkmal wieder aus der Population verschwindet. Dasselbe gilt, wenn man annimmt, dass Gene, die für die Präferenz der Weibchen erforderlich sind, zeitlich vor dem Auftreten des bevorzugten Merkmals entstanden sein könnten (vgl. Burgess 2023).
Um dieses Problem zu umgehen, entwickelte Ryan (1990) die Sensory-exploitation-Hypothese (vgl. Witte 2009). Sie besagt, dass Weibchen eine latente Präferenz besitzen können, bevor beim Männchen ein entsprechendes sexuelles Merkmal entstanden ist. Dies wird mit weiteren Selektionsfaktoren erklärt. Wenn z. B. ein Weibchen eine bestimmte Frucht besonders gerne frisst und ein Männchen ein Merkmal mit der gleichen Farbe wie die der Frucht entwickelt, soll sich die Bevorzugung auf das Merkmal übertragen können. Tatsächlich kann in Einzelfällen eine Übereinstimmung von weiblicher Präferenz für bestimmte Merkmale der Umgebung und männlichen Balzmerkmalen empirisch nachweisbar sein.
Weibliche Laubenvögel bevorzugen bei der Futterwahl bestimmte Farben, wie in einem Zoo experimentell nachgewiesen wurde. Die Männchen bauen zur Balz beeindruckende Lauben und verzieren sie u. a. mit Beeren, Blüten oder Gegenständen menschlichen Ursprungs. In besagtem Experiment stimmte die Farbpräferenz der Weibchen für Futter mit der Wahl der Farben bei den Männchen für die Verzierung der Laube mittels Trauben überein (Madden & Tanner 2003; vgl. Witte 2009).

Abb. 3 Laubenvogel in seiner Laube. (Bildquelle: gailhampshire, CC BY 2.0)
Ein weiteres Beispiel sind Guppys. Die Weibchen dieser Fischart bevorzugen Männchen mit großen orangen Flecken. Gleichzeitig bevorzugen beide Geschlechter orangefarbene Nahrung (Rodd et al. 2002).
Die Sensory-exploitation-Hypothese Hypothese mag zwar in Einzelfällen einen Erklärungsansatz bieten, taugt aber nicht als allgemeingültige Erklärung, da bei vielen intersexuellen Merkmalen diese Übereinstimmung nicht nachweisbar ist. Die prächtigen Schwanzfedern des männlichen Pfaus weisen beispielsweise keinerlei Ähnlichkeiten zur Nahrung (Samen, Früchte, Blüten, Insekten, kleine Wirbeltiere) oder sonstigen Präferenzen der Pfauen auf.
Darüber hinaus ist eine Übereinstimmung von anderweitiger und sexueller Präferenz auch schöpfungstheoretisch deutbar. So könnte ein Schöpfer auch von Beginn an ein schönes sekundäres Geschlechtsmerkmal auf eine anderweitige Präferenz abstimmen, um so die Erhaltung eines in anderer Hinsicht nachteiligen Merkmals zu gewährleisten.
2. Fixierung trotz Selektionsnachteil?
Sekundäre Geschlechtsmerkmale, die einerseits energieaufwändig sind, ohne die Körperfunktionen zu verbessern, andererseits das Individuum für Fressfeinde sichtbarer machen, die Flucht erschweren oder den Nahrungsbedarf erhöhen, sind für das Überleben von Nachteil. Es wäre also zu erwarten, dass Männchen mit solchen Merkmalen tendenziell weniger Nachkommen erzeugen können als Männchen ohne diese Merkmale.
Es gibt somit zwei Probleme bei der evolutionären Entstehung und Durchsetzung neuer sekundärer sexueller Merkmale:
- 1. Warum überwiegt die natürliche Selektion im engeren Sinn also nicht die sexuelle Selektion und verhindert nicht die Entstehung bzw. Fixierung sekundärer Geschlechtsmerkmale?
- 2. Und warum bevorzugen Weibchen überhaupt derart benachteiligte Männchen?
Zur Beantwortung des ersten Problems wurde von Fisher (1930) ein sogenannter „Runaway-Prozess“ vorgeschlagen. Schmuckmerkmal und Präferenz widersetzen sich demnach durch Selbstverstärkung der natürlichen Selektion. Da Weibchen ein bestimmtes Merkmal bevorzugen und sich nur mit Männchen mit diesem Merkmal fortpflanzen, wirken die Gene für Merkmal und Präferenz gekoppelt.
Wenn sich bei Entstehung der weiblichen Bevorzugung das Schmuckmerkmal bereits (siehe aber als Kritik den vorherigen Abschnitt) in einer ausreichenden Anzahl von Männchen verbreitet hat, können sich Individuen mit diesem Merkmal und mit dieser Präferenz ohne Inzuchtprobleme im Vergleich zur übrigen nicht-wählerischen Population überproportional vermehren, sodass nicht-wählerische Weibchen und nicht bevorzugte männliche Merkmale nach und nach verdrängt werden. Es wird postuliert, dass sich Merkmalsausprägung und Bevorzugung immer mehr „aufschaukeln“ (vgl. Witte 2009). Gestoppt wird dieser Prozess erst von der natürlichen Selektion, wenn die Nachteile zu gravierend werden.
Die Runaway-Hypothese setzt erst nach Entstehung von Merkmal und Präferenz an und ist deshalb in dieser Phase plausibel und umgeht somit die Probleme der eigentlichen erstmaligen Entstehung. Die Runaway-Hypothese beansprucht somit gar nicht, die eigentlichen Probleme der Hypothese der sexuellen Selektion zu lösen. Darüber hinaus ist die Runaway-Hypotheseauch auf das Schöpfungsmodell anwendbar: Nämlich als erhaltender Mechanismus geschaffener Extravaganz gegenüber nach dem Sündenfall auftretenden weniger nachteilhaften Vereinfachungen.
Zum Lösen des zweiten Problems, nämlichwarum Weibchen überhaupt benachteiligte Männchen bevorzugen, gibt es sogenannte „Gute-Gene-Hypothesen“. Das ist ein Sammelbegriff für mehrere Hypothesen. Eine der bekanntesten ist die von Zahavi (1975) entwickelte Handicap-Hypothese (vgl. Witte 2009).Er deutete die nachteiligen Schmuckmerkmale der Männchen als ehrliche „Qualitätsanzeiger“. Ein Männchen, das trotz eines nachteiligen Merkmals überleben kann, hat offensichtlich gute andere Gene, bzw. ist entsprechend fit. Die Weibchen würden daher solche Männchen bevorzugen.
So populär die Handicap-Hypothese heute auch ist, sie hat und hatte auch Vertreter der Evolutionslehre als Kritiker. Kirkpatrick (1986) kritisierte, wenn die Hypothese zuträfe, würde es zu einer ernsthaften Verringerung der Überlebensrate in der gesamten Population führen und eine zusätzliche selektive Kraft müsste daher direkt auf die weibliche Partnerpräferenz wirken.
Grose (2011) argumentierte, dass die Akzeptanz der Handicap-Hypothese durch theoretische Modelle gefördert würde, nicht jedoch durch empirische Befunde (vgl. Woetzel 2017).
Nach Woetzel (2017) ist die mangelnde empirische Bestätigung der Handicap-Hypothesen vor allem deshalb herausfordernd, weil einige empirische Studien „die vom Handicap-Mechanismus postulierten signifikanten Signalkosten nicht nachweisen konnten [Kane & Zollman 2015]. Bei einer Reihe von ‚Vorzeigearten‘ [„poster-child-species“] konnten die Vorhersagen der Theorie der sexuellen Selektion nach rigorosen Tests nicht bestätigt werden“ (Roughgarden & Akçay 2010, eigene Übersetzung, Hervorhebung hinzugefügt). Woetzel (2017) kritisiert ebenfalls die postulierte Korrelation zwischen nachteiligem Schmuckmerkmal und „guten“ Genen in den Handicap-Hypothesen. Könnte man ein nachteiliges Merkmal nicht auch mit entsprechend „schlechten“ Genen in Verbindung bringen? Bei Merkmalen ist es zudem oft nicht so dramatisch, dass eine nachteilige Variante sofort ausselektiert würde, es geht normalerweise viel mehr um leichte Vorteile. Daher bleiben laut Woetzel (2017) leicht nachteilige Merkmale in der Population erhalten, auch ohne ausgleichende „gute“ Gene. In diesem Fall fielen dann aber „gute“ Gene als Grund der weiblichen Bevorzugung weg.
Doch nehmen wir dennoch einmal an, es bestünde tatsächlich eine Korrelation zwischen nachteiligem Schmuckmerkmal und „guten“ Genen, und ein Weibchen würde ein solches neues Merkmal bevorzugen (beispielsweise längere Schwanzfedern mit den „Augen“ beim Pfau). Das Merkmal und seine Bevorzugung durch die Weibchen breiten sich dann im Laufe der Generationen unter den Individuen der lokalen Population aus und mit ihnen auch der (Fitness-)Nachteil – im Fall des Pfaus wäre das die bessere Sichtbarkeit für Fressfeinde, der erhöhte Energiebedarf und die Beeinträchtigung bei der Fortbewegung. Darüber hinaus ginge das auf Kosten anderer wichtiger Merkmale, wie etwa Tarnung oder größerer Körpergröße.
Immer größere und schönere Schwanzfedern müssten über viele Generationen selektiert worden sein, „bevor das hochgradig nuancierte System der ehrlichen Signalgebung etabliert und vorteilhaft wurde“ (Woetzel 2017). Solange die Federn und ihr Muster noch keine Signalwirkung entwickelt hatten, hätte es keinen Selektionsdruck gegeben. Bleiben wir beim Beispiel einer Pfauenpopulation (her Informationen hier: https://genesis-net.de/sexuelle-selektion-pfauenrad/): Eine Pfauenpopulation, deren Männchen immer mehr ein derart nachteiliges Merkmal entwickeln, wäre im Vergleich zu benachbarten Populationen deutlich im Nachteil im allgemeinen Kampf ums Überleben.
Da benachbarte Populationen selten isoliert bleiben, würden sich die erfolgreicheren Populationen schneller ausbreiten, sich mit der benachteiligten Pfauenpopulation vermischen und so letztlich zum Verschwinden des nachteiligen Merkmals der längeren Schwanzfedern führen.
Számadó et al. (2026) gehen besonders hart mit der Handicap-Hypothese ins Gericht. „Das HP [Handicap-Prinzip] ist tot“, lautet ihr Urteil in einer Zwischenüberschrift. Sie führen theoretische Modelle an, die das Handicap-Prinzip widerlegen, indem sie zeigen, „dass die postulierten Handicap-Kosten sowohl unnötig als auch unzureichend sind, um Ehrlichkeit [d. h. Merkmale, die tatsächlich Fitness widerspiegeln] zu erklären.“ Darüber hinaus seien die theoretischen Modelle zur Unterstützung der Handicap-Hypothese falsch interpretiert worden. Sie stellen ferner in Übereinstimmung mit vorherigen Kritikern fest, dass es trotz Jahrzehnten der empirischen Forschung keine eindeutigen Belege für die Handicap-Hypothese gibt, während es zugleich viele widersprechende Befunde gibt. Sie betonen, dass das Feststellen einer Korrelation von der Ehrlichkeit und der Kostspieligkeit eines Merkmals nicht gleichbedeutend mit einer Kausalität zwischen diesen ist.
An dieser Stelle soll noch ein großes Problem der Handicap-Hypothese hervorgehoben werden. Es geht um die Frage, wie Weibchen überhaupt erkennen können, dass ein Handicap-Merkmal mit einem fitten Paarungspartner korreliert. Zahavi (1975, 207+205) drückt es beispielsweise so aus: „Ich gehe davon aus, dass sexuelle Selektion wirksam ist, weil sie die Fähigkeitdes selektierenden Geschlechts verbessert, die Qualität des selektierten Geschlechts zu erkennen.“
Dies setzt jedoch voraus, dass die Weibchen kognitiv dazu in der Lage sind, reflektiert statt rein instinktgesteuert, die fittesten Paarungspartner auszuwählen. Außerdem müssen sie einen Zusammenhang von neuem Merkmal und Nachteil zu erkennen und daraus auf eine gute Fitness des Männchens schließen zu können. Vertreter der Vorstellung von aktiv anhand von Handicaps auswählenden Weibchen müssten also zunächst den Nachweis bringen, dass Tiere kognitiv dazu fähig sind, den abstrakten Zusammenhang zwischen neuem Merkmal, daraus resultierendem Nachteil und der anschließenden Folgerung auf gute Fitness zu erkennen und ihr Paarungsverhalten daran auszurichten. Doch nur vergleichsweise wenig Arten sind überhaupt dazu fähig, Kausalzusammenhänge zu verstehen, noch weniger können neutrale Kausalzusammenhänge erkennen, also Zusammenhänge, die nicht direkt sie selbst betreffen (Schloegl & Fischer 2017). Dass dies auch noch für Zusammenhänge gilt, deren kausal-zeitlicher Zusammenhang so weit auseinander liegt, ist äußert unglaubwürdig, weil das Weibchen den Zusammenhang zwischen dem jeweiligen Paarungspartner und den schließlich ausgewachsenen und fortpflanzungserfolgreichen Nachkommen erkennen müsste – und das, obwohl meist kein einfacher, linearer Merkmal-Gen-Zusammenhang besteht.
Kurzum: Es ist kaum vorstellbar, dass die Präferenz der Weibchen tatsächlich aufgrund derer kognitiven Kompetenz basieren kann, den Zusammenhang eines Handicap-Merkmals mit ansonsten „guten Genen“ zu erkennen. Letztlich werden den Weibchen logisch-kausale Gedankengänge unterstellt, die für den intelligenten Menschen zwar selbstverständlich sind – nicht jedoch bei Tieren.
Für eine ausführliche kritische Auseinandersetzung mit der Handicap-Hypothese siehe Woetzel (2017) und Számadó et al. (2026).
Wie kompliziert es im Detail wäre, komplexe Merkmale mit sexueller Selektion zu erklären, wird in einem eigenen Artikel zum Pfauenrad dargelegt (https://genesis-net.de/sexuelle-selektion-pfauenrad/).
3. Sexuelle Nötigung
Von Männchen erzwungene oder genötigte Kopulation ist im Tierreich keine Seltenheit, wurde aber häufig nicht genauer in evolutionäre Hypothesen miteinbezogen (vgl. Head & Brooks 2006, 517). Tatsächlich ist sie recht verbreitet (Smuts & Smuts 1993) und bei Säugetieren in immerhin fünf Ordnungen (Primaten, Paarhufer, Raubtiere, Unpaarhufer und Wale) nachgewiesen (Cassini 2020), darüber hinaus auch bei Vögeln (z.B. Brennan et al. 2007), Fischen (z.B. Head & Brooks 2006) und Reptilien (z.B. Lee & Hays 2004).
Bei erzwungener Paarung spielen sekundäre Geschlechtsmerkmale des Männchens keine Rolle mehr und somit kann sie die Wirkung der weiblichen sexuellen Selektion schwächen oder sie zumindest verkomplizieren (Bergman 2004).
Herausforderung und Deutung aus Schöpfungssicht
Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass sich die Kritik in diesem Artikel vornehmlich auf die intersexuelle Selektion bezieht. Dies liegt daran, dass sie eben jene extravaganten Merkmale erklären soll, die von schöpfungswissenschaftlicher Seite als Schöpfungsindizien der unnötigen Schönheit betrachtet werden.
Sekundäre Geschlechtsmerkmale der intrasexuellen Selektion spielen deutlich seltener eine Rolle in Argumenten für Schöpfung. Die Erhaltung und Ausbreitung intrasexueller Merkmale, die einen Vorteil im Wettbewerb um den Zugang zu Paarungspartnern ermöglichen, sind insofern nachvollziehbar, als hier ein plausibler Selektionsdruck angebracht werden kann. Dies erklärt zwar nicht den Ursprung komplexer Strukturen, wohl aber deren Erhalt oder Vergrößerung.
Wie bereits erwähnt, könnte man die weibliche Bevorzugung als geschaffenen Erhaltungsmechanismus deuten, wie es Burgess (2023) tut. Da Gene, die eine Präferenz für Merkmale der Fortpflanzungspartner (= Präferenzgene) codieren, auch degenerieren können, geht Woetzel (2017) noch einen Schritt weiter und stellt die Hypothese auf, dass die Gene für extravagante Merkmale mit Genen für überlebenswichtige Funktionen oder Merkmale verbunden sein könnten. Wenn dann die Gene für ein intersexuelles Merkmal mutationsbedingt beschädigt werden, hätte das auch negative Auswirkungen auf lebensnotwendige Strukturen. So würde der Verlust unnötiger Schönheit durch natürliche Selektion zusätzlich verlangsamt.
Woetzel (2017) nennt es zwar nicht explizit, doch dieses Prinzip wäre natürlich auch auf Präferenzgene anwendbar. In dem Fall würde eine Verbindung mit weiteren Genen Präferenzgene vor Degeneration schützen und damit indirekt auch das entsprechende Schmuckmerkmal.
Woetzel (2017) schlägt nun vor, die Hypothese für genetisch gekoppelte Schmuckmerkmale mit wichtigen Lebensfunktionen mittels Knockout-Experimenten zu testen: Wenn Gene für ein für die Fitness nachteiliges Schmuckmerkmal identifiziert werden, könnte man diese ausschalten und beobachten, ob negative Auswirkungen auf weitere Funktionen / Merkmale auftreten. Tatsächlich wurden die Vorhersagen dieser Hypothese mehrfach in Studienergebnissen bestätigt. Zwei Beispiele dazu:
1. Männchen von Drosophila melanogaster (Fruchtfliege) besitzen an den Vorderbeinen kleine, bürstenartige Strukturen, sogenannte Geschlechtskämme. Mit diesen halten sie sich während der Paarung am Hinterleib des Weibchens fest. Diese Geschlechtskämme sind schwarz gefärbt, was an sich keinen funktionellen Nutzen hat, im Gegenteil, es erhöht die Sichtbarkeit für Fressfeinde. Somit kann die schwarze Färbung als Schmuckmerkmal verstanden werden. Massey et al. (2019) identifizierten das yellow-Gen als verantwortlich für die schwarze Färbung der Geschlechtskämme, weil dieses für die Produktion von schwarzem Melanin codiert. Massey et al. (2019) schalteten das Gen bei genetisch veränderten Fruchtfliegen aus. Die Folge war nicht nur eine gelbe Farbe der Geschlechtskämme, sondern auch, dass diese weicher wurden. In der Folge hatten die betreffenden Männchen nur noch einen Paarungserfolg von 3 %. Das Gen und somit das Melanin für die an sich funktionslose schwarze Farbe ist also auch für die erforderliche Härte einer für den Geschlechtsakt benötigten Struktur relevant.
2. Rossi et al. (2024) identifizierten in drei Arten von Heliconius-Schmetterlingen eine Genomregion, die mit der männlichen Bevorzugung roter beziehungsweise weißer Flügelmuster bei Weibchen in Verbindung gebracht wird. Eines dieser Gene wird je nach Art und entsprechend unterschiedlicher Präferenz unterschiedlich exprimiert (= ausgeprägt). Rossi et al. (2024) entfernten einen Teil des proteincodierenden Bereiches dieses Gens in einer der Arten. In der Folge wiesen die betreffenden männlichen Schmetterlinge nicht nur ein verändertes Balzverhalten auf, teilweise kam es sowohl vor als auch nach dem Schlüpfen zu einer verminderten Lebensfähigkeit. Zusätzlich waren einige der veränderten Männchen nicht mehr in der Lage, zu fliegen.
Woetzels Kopplungs-Hypothese wurde somit in diesen Fällen bestätigt. Die Erhaltung unnötiger, z. T. nachteilhafter Schönheit in einer von Degeneration bedrohten Schöpfung kann durch sexuelle Selektion und durch eine Verbindung der Gene für entsprechend extravagante Merkmale (bzw. durch die Bevorzugung dieser Merkmale) mit anderen, wichtigeren Merkmalen bzw. Funktionen erklärt werden.
Fazit
Sowohl inter- als auch intrasexuelle Selektion als gegenwärtiger, erhaltender Prozess sind empirisch gesichert. Es ist häufig beobachtet worden, dass bestimmte sekundäre Geschlechtsmerkmale den Fortpflanzungserfolg steigern und diese dadurch in der Population erhaltenwerden.
Die erstmalige Entstehung dieser Merkmale – insbesondere der unnötig schönen bzw. aufwändigen – durch sexuelle Selektion ist dagegen erheblich problematischer. Abgesehen von Einzelfällen, in denen die Sensory-exploitation-Hypothese (d. h. sexuelle Präferenzen basieren auf anderen Präferenzen) greifen könnte, gibt es keine plausible naturalistische Erklärung, ob zuerst das neue Merkmal oder seine Bevorzugung evolvierte und wie das eine in der Zwischenzeit ohne das andere erhalten bleiben konnte. Auch Erklärungen für den Grund der weiblichen Bevorzugung extravaganter, nachteiliger Merkmale sind nicht plausibler.
Die Theorie der sexuellen Selektion wurde von Charles Darwin eingeführt, weil er eben jene unnötig schönen und aufwändigen Merkmale, die auf ein Schöpfer deuten, nicht mit natürlicher Selektion erklären konnte. Doch dieser Ansatz ist bislang gescheitert, denn auch diese Form der Selektion kann einen Schöpfer nicht ersetzen.
Zugleich sind die beobachtbaren Aspekte der sexuellen Selektion problemlos im Schöpfungsmodell als geschaffener Mechanismus zur Erhaltung geschaffener Extravaganz deutbar (Burgess 2023; Woetzel 2017).
Anhang
Anhang 1: Historische Entwicklung des Konzeptes der Sexuellen Selektion
Es folgen einige Zitate zur Veranschaulichung dieser Entwicklung (jeweils Hervorhebungen hinzugefügt; in eigener Übersetzung, falls englisches Original):
- Darwin (1871, 313): „[…] sexuelle Selektion […]. Diese hängt nicht von einer Überlegenheit im allgemeinen Kampf ums Leben ab […]“.
- Ritchie (2007, 80): „Sexuelle Selektion: die Komponente der natürlichen Selektion, die aufgrund von Variation im Paarungs- oder Befruchtungserfolg entsteht“.
- Witte (2009, 18) „Damit ist die sexuelle Selektion klar von der natürlichen Selektion abgegrenzt, […]“.
- Rosenthal (2017, 503): „Sexuelle Selektion. Ein besonderer Fall der natürlichen Selektion: unterschiedlicher Fortpflanzungserfolg aufgrund der Fähigkeit, Paarungen und / oder Befruchtungen zu sichern.“
- Shuker & Kvarnemo (2021): „Da unsere Definition anderen Fitnesskomponenten gegenüber agnostisch bleibt, stellt sich die Frage: Wie verortet sie die sexuelle Selektion im Verhältnis zur natürlichen Selektion? […] Wie oben erwähnt, wurde von Endler (1986) eine besonders nützliche Konzeptualisierung bereitgestellt. Er schlug vor, dass die natürliche Selektion im weiteren Sinne sämtliche denkbaren Fitnesskomponenten umfassen sollte (gewissermaßen als ein vollständiges Kompendium darwinistischer Selektionsmöglichkeiten), während die natürliche Selektion im engeren Sinne Bereiche wie die Viabilitäts- und Fekunditätsselektion [Überlebens- und Fruchtbarkeitsselektion] abdecken sollte, da diese traditionell eher als ‚natürliche Selektion‘ aufgefasst wurden und den Hauptfokus von Darwins Die Entstehung der Arten bildeten.“
Im heutigen Sinne steht „Fitness“ insgesamt für den statistisch messbaren Fortpflanzungserfolg eines Merkmals bzw. Individuums. Was dagegen seit Darwin beibehalten wurde, ist die Unterscheidung zweier Mechanismen der sexuellen Selektion: Die intrasexuelle Selektion und die intersexuelle Selektion (Darwin 1871, 398; Shuker & Kvarnemo 2021).
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Dieser Artikel wurde von Janik Neuland verfasst (13.05.2026).
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