Stimmt es, dass bereits zahlreiche Übergangsformen gefunden wurden?

Stimmt es, dass bereits zahlreiche Übergangsformen gefunden wurden?

Es ist eine Bewertungsfrage, wann eine Form als Übergangsform angesprochen werden kann. Wie soll „Übergangsform“ genau definiert werden? Das ist kaum in objektiver Weise möglich. Hier kann daher keine kurze Antwort gegeben werden. Vielmehr kommt man nicht darum herum, im Einzelfall die Datenlage genau zu prüfen. Ist etwa der „Urvogel“ eine Übergangsform? Insofern, als er eine Mosaikform darstellt (mit vogel- und reptilientypischen Merkmalen) – ja. Insofern aber, als zwischen ihm und anderen Vogelgruppen deutliche Lücken klaffen nein. Mittlerweile entdeckte Dinosaurierfedern sind als Übergänge zwischen Schuppen und Federn zu wenig beweiskräftig. Einige dieser „Federn“ sind eher haarartig und als Federvorstufen zweifelhaft; bei anderen wird diskutiert, ob es sich um Rückbildungen handelt.

Methodisch wichtig ist, zwischen beschreibenden Begriffen (Zwischenform, Mosaikform) und interpretierenden Begriffen (Übergangsform, Bindeglied) zu unterscheiden. Eine Mosaikform vereint in sich Merkmale, die gewöhnlich typisch sind für verschiedene größere Tier- oder Pflanzengruppen. Aber daraus kann nicht schließen, dass es sich um eine Übergangsform handelt; das wäre allenfalls eine mögliche Deutung. Bei vielen Gruppen von Lebewesen (zum Beispiel bei den Theropoden, also den Raubdinosauriern) gibt es so unterschiedliche Merkmalskombinationen verschiedener Mosaikformen, dass die meisten gar nicht stimmig in einen Stammbaum eingeordnet werden können. Ob eine Mosaikform eine Deutung als Übergangsform erlaubt, muss von Fall zu Fall geprüft werden. Aber auch wenn eine solche Interpretation möglich ist, bleibt es eine Deutung und ist keine Tatsache.


Autor: Reinhard Junker, 17.02.2004, aktualisiert 05.01.2026, https://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/f33.php 

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